Thomas Reinhardt zu Unternehmensbesuch in Herbrechtingen

Die Logistikbranche ist zwischenzeitlich die drittgrößte Wirtschaftsbranche in Deutschland. Welche Bedeutung der Logistik zukommt, hat die Schwarz-Gruppe in Herbrechtingen bereits 2005 mit der Gründung von Schwarz Logistik erkannt, im vergangenen Jahr folgte mit der neuen Logistikhalle ein weiterer Meilenstein der Firmengruppe. Bei einem Unternehmensbesuch überzeugte sich Landrat Thomas Reinhardt nun vor Ort von der Leistungsfähigkeit des modernen Logistikdienstleisters.

Logistik 4.0 – der Inbegriff für ein ganzheitliches Logistiksystem unter Einbindung der Kunden ist bei der Schwarz-Gruppe längst mehr als reine Theorie. Wie die beiden Geschäftsführer Thomas und Hans-Günther Schwarz bei dem Unternehmensbesuch deutlich machten, sind bei Schwarz ein SAP-gesteuertes Auftragsmanagement, eine GPS-basierte Fuhrparkkoordination und eine vollautomatisierten Bestellungs- und Auftragsabwicklung mit den Kunden im Einsatz, um die jährlich etwa 57.000 LKW-Transportaufträge realisieren zu können. Grundlage für eine leistungsfähige IT-Vernetzung sind schnelle Datenleitungen – „ein essentieller Standortfaktor für die Wirtschaft“, so Landrat Reinhardt, der für den Ärger der Geschäftsführer über hohe Kosten für gewerbliche Glasfaseranschlüsse Verständnis zeigte.

Setzen_PM Unternehmensbesuch Spedition Schwarz
Foto: Hans-Günther Schwarz (von links), Landrat Thomas Reinhardt und Thomas Schwarz.

Beeindruckt zeigten sich Landrat Reinhardt und Wirtschaftsförderer Michael Setzen von dem neuen Logistikzentrum, das auf 18.000 Quadratmetern neben einer Lagerhalle und einer Montagehalle sowie mit dem ELVIS Depot (Europäischer Ladungs-Verbund internationaler Spediteure) der auch einen zentralen Umschlagplatz im Süden Deutschlands beherbergt. In neuen Größenordnungen wird bei Schwarz aber nicht nur mit Blick auf die Logistik gedacht: Die Spedition Schwarz ist die einzige Spedition in Baden-Württemberg, die an einem Feldversuch des Bundesverkehrsministeriums mit Lang-Lkw teilnimmt. So könne 40% mehr Menge an Waren sicherer, weniger belastend für die Straßen und umweltfreundlicher transportiert werden, zeigten Thomas und Hans-Günther Schwarz die Vorteile des 25 Meter langen Gespanns auf, das zu der über 250 Fahrzeuge starken Flotte von Schwarz gehört. Der gesamte Fuhrpark sei dabei „mit der maximalen Sicherheitstechnik, wie zum Beispiel automatischen Bremsassistenten, ausgestattet“, so Hans-Günther Schwarz. Es wurde besprochen, dass es nach langem Hin und Her mit dem baden-württembergischen Verkehrsministerium künftig wohl möglich wird, dass die Spedition Schwarz die Strecke zwischen dem BSH Hausgeräte GmbH Auslieferungslager in Giengen und der A7 mit Lang-LKW befahren darf. „Bei dieser Entfernung zur Autobahn ist es dem Bürger nicht wirklich vermittelbar, wenn Gespannteile erst wie bisher auf Autobahnparklätzen zusammen gekoppelt werden können, weil Lang-Lkw in Baden-Württemberg nicht von der Autobahn fahren durften“, so Landrat Reinhardt.

Neben den neuen Wegen, die Schwarz mit den Lang-Lkw auf der Straße geht, sind die Geschäftsführer sehr am kombinierten Verkehr Straße-Schiene interessiert. Jedoch ist „der Gütertransport auf der Brenzbahn durch die Eingleisigkeit der Strecke und die fehlende Möglichkeit mit E-Lokomotiven zu fahren teuer und nicht einfach zu organisieren“, so Thomas Schwarz. Die Geschäftsleitung präsentierte hierzu eine Vergleichsberechnung. Dennoch wurde beim neu errichteten Logistikzentrum bereits ein Gleisanschluss vorgesehen. „Mautdiskussionen und Energiesteuer machen den Gesetzgeber zu einem sehr unzuverlässigen Partner. Sprunghafte und kurzfristige Neuregelungen, die die Unternehmen dann in kürzester Zeit umzusetzen haben, sind mit hohen Kosten für uns verbunden“, wies Thomas Schwarz auf ein ebenfalls aktuelles Problem hin. Eine weitere Sorge bereitet ihm die zunehmend schwierigere Fachkräftegewinnung besonders bei den Berufskraftfahrern. In der Ausbildung von Fachkräften für Lagerlogistik zeichnet sich dagegen eine erfreuliche Entwicklung ab: Wie Landrat Reinhardt berichtete, gibt es in Zusammenhang mit dem im vergangenen Jahr verabschiedeten Schulentwicklungsplan des Landkreises Überlegungen, an der Kaufmännischen Schule eine Klasse für Logistikfachkräfte einzurichten. Eine Entscheidung, die von den Verantwortlichen bei Schwarz begrüßt würde – wie Thomas Schwarz erklärte, könne er sich vorstellen, vier Auszubildende pro Jahr in diese Klasse zu entsenden.

Info: Die Schwarz-Gruppe ist ein Verbund von drei Unternehmen: Spedition Schwarz, Schwarz Logistik und Kareka. Gegründet wurde das Unternehmen, das zwischenzeitlich schon in der vierten Generation von der Familie Schwarz geführt wird, im Jahr 1936. Heute arbeiten rund 170 Beschäftigte in der Spedition und etwa 200 Mitarbeiter im Bereich Logistikdienstleistungen. 250 Fahrzeuge sind mit 600 Wechselbrücken im Einsatz; jährlich kommen 35 Millionen Kilometer Fahrtstrecke zusammen (im Vergleich: das entspricht 874 Mal auf dem Äquator um die Welt). Zu den Kunden der Schwarz-Gruppe zählen Bosch, Hartmann und Zeiss.

 

Attachments