Das Logistik-Netzwerk Baden-Württemberg hat am 13. November 2014 zum 10. LogBW-Expertenworkshop nach Heilbronn in das DHBW Campus-Forum eingeladen. Rund 40 Teilnehmer nahmen an dieser Veranstaltung teil und diskutierten zum Thema „Logistikader Neckar – Chancen und Grenzen des Schleusenausbaus“.

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Der Bürgermeister der Stadt Heilbronn, Wilfried Hajek, betonte in seinen Begrüßungsworten die dringliche Notwendigkeit der Sanierung und Verlängerung der Neckarschleusen. Dieses ist eine Grundvoraussetzung nicht nur für die Stärkung der Binnenschifffahrt und der damit einhergehenden Realisierung von Umweltvorteilen, sondern auch von hoher Relevanz zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Heilbronn.

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Bürgermeister Wilfried Hajek

Herr Martin Brandt, Vertreter des KLOK Kooperationszentrums Logistik e.V. und LogBW, skizzierte in seinem Vortrag den Schiffsverkehr in prähistorischer Zeit und verwies anschließend auf aktuelle Transportvolumen und –ströme auf dem Neckar.

Detailliert mit der aktuellen und zukünftigen Leistungsfähigkeit des Neckars hat sich Prof. Dr. Bernecker, Hochschule Heilbronn, in seinem Vortrag auseinander gesetzt. Auch wenn die Binnenschifffahrt im Modal Split nur rund 5 % ausmacht, so ist diese dennoch von hoher Relevanz für den Transport schwerer Güter (Erze, Steine, Erden sowie Kohle) zu den Westhäfen Rotterdam und Antwerpen. Insbesondere zwischen Heilbronn und Plochingen besteht noch ein hohes Steigerungspotenzial der transportierten Ladeeinheiten. Damit diese Potenziale realisiert werden können, sollten dort, wo Ersatzneubauten anstehen, die Kammern auf 140 Meter verlängert werden.

Herr Klaus Michels, Amt für Neckarausbau Heidelberg, skizzierte in seinem Vortrag den Stand aktueller Bauvorhaben und verwies darauf, dass im stärker frequentierten Bereich zwischen Mannheim und Heilbronn eine Verlängerung der Schleusen im Vordergrund stehe (so beispielsweise in Mannheim-Feudenheim und Kochendorf), wohingegen im weniger stark befahrenen Neckarlauf zwischen Heilbronn und Plochingen aufgrund der knappen finanziellen Möglichkeiten zunächst nur Instandhaltungsmaßnahmen realisiert werden können.

Herr Christian Budde, Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg, betonte in seinem Vortrag, dass das Land einen kompletten Ausbau der Neckarschleusen bis nach Plochingen befürwortet, aber dass der Bund die Verlängerung der Schleusen zwischen Heilbronn und Plochingen im Rahmen des Bundesverkehrswegeplan 2015 neu bewerten möchte.

Abschließend diskutierte Prof. Dr. Michael Schröder, LogBW, in seinem Vortrag die Zukunftsfähigkeit des Neckars in trimodalen Netzwerken und betonte die Vorteilhaftigkeit der Schifffahrt bezüglich Berechenbarkeit und Transportkosten.

Neben dem fachlichen Austausch nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich an den Infoständen detaillierter über LogBW und die Hochschule Heilbronn zu informieren sowie neue Kontakte zu knüpfen.

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Die Vorträge der Referenten und die Replays können in Kürze auf logbw.de heruntergeladen werden.

 

 

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