Die wirtschaftliche Prosperität Baden-Württembergs sowie die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit beruhen vor allem auf den qualifizierten Fachkräften des Landes. Doch der zukünftige Bedarf an akademisch und beruflich qualifizierten kann nicht alleine mit hiesigen Arbeitskräften geschlossen werden. Ein wichtiger und wesentlicher Baustein wird sein, noch stärker als bisher gut qualifiziertes Fachpersonal aus Europa und aus Drittstaaten zu gewinnen. Die Politik und auch die Wirtschaftsakteure sind gefordert, die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Integration ausländischer Fachkräfte rasch zu verbessern. Die Fachkräfteallianz Baden-Württemberg hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, eine Willkommenskultur zu schaffen und die Zuwanderung von ausländischem Fachpersonal gezielt zu forcieren. Doch wie können Unternehmen konkret davon profitieren? Welche innovativen Projekte werden von einzelnen Unternehmen schon durchgeführt, um ausländische Fachkräfte zu rekrutieren?

Vor diesem Hintergrund hat das Logistik-Netzwerk Baden-Württemberg (LogBW) am 24. Juli 2014 zum 9. LogBW-Expertenworkshop „Gewinnung ausländischer Fachkräfte für Baden-Württemberg“ eingeladen. Rund 50 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft folgten der Einladung ins Kultur- und Kongresszentrum Kornwestheim. In sieben Fachvorträgen wurden aktuelle Facetten zur Thematik beleuchtet, Best Practices aufgezeigt und zukünftige Herausforderungen und Lösungsansätze diskutiert.

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Dietmar Allgaier, Bürgermeister der Stadt Kornwestheim, eröffnete den LogBW-Expertenworkshop und führte in seiner Begrüßungsansprache in die Thematik ein. Martin Scheel, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Ludwigsburg, verwies in seiner Begrüßung auf aktuelle Zahlen und Tendenzen sowie die Notwendigkeit, verstärkt ausländisches Fachpersonal zu rekrutieren.

Auf den Internationalen Personalservice (IPS) der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit verwies Matthias Rauhut, ZAV, und skizzierte die Unterstützung bei der Suche und Rekrutierung geeigneter Kandidaten und Kandidatinnen auf dem internationalen Arbeitsmarkt.

Auch Vera Reimann, apontis GmbH, stellte die Unterstützungsangebote bei der Personalgewinnung dar und betonte insbesondere die Notwendigkeit, passgenaue Kandidaten zu finden und durch eine professionelle Unterstützung bei der Integration auch langfristig halten zu können.

Einen Fokus auf Beratungsangebote hinsichtlich einer dualen Berufsausbildung für Migranten setzte Edi Matic, KAUSA Servicestelle Region Stuttgart. Seit Oktober 2013 gibt es in sechs deutschen Metropolen KAUSA-Servicestellen, die sich als regionale Beratungs-, Informations- und Koordinierungsstellen um die Förderung der Ausbildungssituation von jungen Menschen mit Migrationshintergrund kümmern. KAUSA setzt sich im Rahmen des Programms JOBSTARTER dafür ein, mehr Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund für die Berufsausbildung zu gewinnen, die Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu erhöhen und Eltern über die berufliche Ausbildung zu informieren.

Kai Gesang, Bundesagentur für Arbeit, informierte in seinem Vortrag über Fördermöglichkeiten der beruflichen Weiterbildung und verwies auf Voraussetzungen und Höhe der übernommenen Leistungen.

Ein erfolgreiches Best-Practices Beispiel stellte Andreas Kuffel, SVG Unternehmensberatung, vor. Zur Rekrutierung von dringend benötigten Kraftfahrern wurden 2012 zwölf Jugendliche aus Motril, Südspanien, erfolgreich in den deutschen Arbeitsmarkt integriert. Nach einem achtwöchigen Sprach- und Integrationskurs, sowie einer berufskundlichen Weiterbildung waren die Jugendlichen fit für den Einsatz auf deutschen Straßen – und können sich, auch Dank der begleitenden sozialpädagogischen Betreuung, eine langfristige Perspektive in Deutschland vorstellen. Aufgrund des großen Erfolgs des Pilotprojekts stehen die nächsten 16 Jugendlichen aus Katalonien schon in den Startlöchern – momentan üben sie sich noch fleißig in deutscher Sprache und werden dann, ebenfalls mit langfristiger Perspektive, ihren beruflichen Einsatz als Kraftfahrer in Deutschland finden.

Cornelia Lüth, Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg GmbH, stellte ebenfalls ein erfolgreiches Best-Practices Beispiel vor. Im Rahmen des Projekts MobiPro-EU des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zur Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen und arbeitslosen Fachkräften aus Europa, wurden in den Jahren 2013 und 2014 spanische Ingenieure und Handwerker sowie Auszubildende erfolgreich darin unterstützt, sich in Deutschland beruflich zu integrieren.

Abschließend stellte Dr. Verena Andrei, Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH, das neu gegründete Welcome Center Region Stuttgart vor, dessen Ziel es ist, mehr internationale Fachkräfte zu gewinnen und bei der Integration zu unterstützen, um diese dauerhaft in der Region zu halten. Neben der Unterstützung bei Formalitäten, bei der Suche nach einer Wohnung, nach Sprachkursen und Kinderbetreuungsmöglichkeiten stellt das Welcome Center auch Kontakte zu Hochschulen sowie Einrichtungen in Kommunen und Landkreisen mit ähnlichen Aufgaben her. Das Land Baden-Württemberg unterstützt den Aufbau des Zentrums finanziell mit Mitteln aus dem europäischen Sozialfonds, da erkannt wurde, dass eine erfolgreiche dauerhafte qualifizierte Zuwanderung von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes ist.

Neben den fachlichen Vorträgen kam natürlich auch das Networking nicht zu kurz. Die anregenden Gespräche und Diskussionen in den Pausen sowie der Austausch vieler Visitenkarten zeigten, dass der LogBW-Expertenworkshop mal wieder eine gute Gelegenheit war, neue Kontakte zu knüpfen und sein persönliches Netzwerk auszubauen.

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